Gerade als Hochbauvorstand wäre fachliche Führung, eigenständige Urteilsbildung und der Wille zu tragfähigen Lösungen zu erwarten. Stattdessen verfestigt sich der Eindruck politischer Anpassung und Abhängigkeit: Entscheide wirken oft wie pflichtschuldige Durchwinkmanöver im Schatten des Gemeindepräsidenten – selbst dann, wenn Projekte blockiert oder berechtigte Anliegen der Bevölkerung auf unbestimmte Zeit vertagt werden. Eigenständige Initiative bleibt die Ausnahme. Auffällig ist weniger ein Mangel an Selbstdarstellung als an Selbstreflexion. Wer seine Geradlinigkeit unermüdlich betont, sollte erkennen, wenn Anspruch und Wirkung weit auseinanderliegen. Politische Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Bekenntnisse, sondern durch nachvollziehbares Handeln und messbare Resultate. In diesem Zusammenhang drängt sich auch ein Blick auf die interne Rollenverteilung auf: Gemeindepräsident Pinto agiert geschickt im Hintergrund, zieht strategisch die Fäden – während die Verantwortung nach aussen beim zuständigen Ressortvorsteher landet. Dass Marcel Egloff dabei wiederholt als formell Verantwortlicher auftritt, wirft Fragen nach Führungsstärke und Unabhängigkeit auf. Dass er innerhalb der eigenen Partei zunehmend auf Widerstand stösst, überrascht daher kaum. Kritik als «Hindernis» zu diskreditieren, zeugt nicht von liberalem Geist, sondern von einem fragwürdigen Verständnis politischer Verantwortung. Der Austritt aus der FDP ist deshalb kein Verlust, sondern eine notwendige Zäsur. Volketswil braucht im Gemeinderat keine selbstverliebten Rollenbilder, sondern Persönlichkeiten mit Fachkompetenz, Bodenhaftung und dem Mut, unabhängig zu denken.
Susana D. Mayer, Volketswil

