Der Jahresrückblick des Gemeindepräsidenten Pinto ist weniger Rückblick als Selbstinszenierung. Auf einer ganzen Seite entsteht das Bild einer Gemeinde auf Erfolgskurs. Wer jedoch genauer hinschaut, fragt sich: Wo sind die konkreten Resultate?
Nach fast 28 Jahren in der Gemeindeführung – das allein sollte zu denken geben - müsste die Bilanz eindeutig sein – sie ist es nicht. Volketswil hat an Strahlkraft verloren, fällt im Gemeinderanking zurück und bleibt bei zentralen Zukunftsthemen hinter vergleichbaren Gemeinden zurück. Diese Realität wird im Rückblick ausgeblendet. Fehler, Versäumnisse oder kritische Fragen kommen nicht vor. Planung wird als Erfolg verkauft, Stillstand als Stabilität.
Das ist keine ehrliche Rechenschaft gegenüber der Bevölkerung, sondern Schönfärberei.
Auffällig ist auch das Auftreten des Gemeindepräsidenten bei öffentlichen Anlässen: Bei Einweihungen steht er verlässlich im Vordergrund – selbst bei Projekten, die von anderen erarbeitet oder zuvor jahrelang von ihm blockiert wurden. Verantwortung für Verzögerungen oder verpasste Chancen wird hingegen nicht übernommen. Politik wird zur Kulisse, Führung zur Pose. Hauptsache, das Bild stimmt – idealerweise begleitet von einem Apéro.
All das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer überlangen Amtszeit. Nach fast drei Jahrzehnten entstehen zwangsläufig Betriebsblindheit, Machtkonzentration und Abhängigkeiten. Neue Ideen stören, Veränderung wird abgewehrt. Was einst Erfahrung war, ist heute ein strukturelles Problem. Demokratie lebt vom offenen Wettbewerb der Ideen – nicht von Selbstbestätigung.
Im März wird gewählt. Diese Wahlen sind die Chance, einen seit Jahren schöngeredeten Stillstand zu beenden. 28 Jahre sind nicht Erfahrung – sie sind eine Machtdauer, die jeder Gemeinde schadet. Volketswil braucht keinen weiteren Rückblick voller Selbstlob, sondern einen echten Neuanfang.
Es ist Zeit, das Ruder herumzureissen!
Susana Mayer


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