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Andrea Knecht-Meister

Erstellt von Karin Steiner | |   Unsere Zeitung

In der Interessengemeinschaft für Lebensraum und Umwelt, kurz IGLU Volketswil, engagieren sich viele Freiwillige für die Natur. Im achtköpfigen Vorstand pflegt Andrea Knecht-Meister als Co-Präsidentin wichtige Kontakte und macht Aufklärungsarbeit.

«Schon als Kind wollte ich bei der IGLU mitmachen, und vor drei Jahren hat es mich endgültig gepackt und ich wurde Mitglied», erzählt Andrea Knecht-Meister. Inzwischen ist sie Co-Präsidentin und hält als solche den Überblick über die Aktivitäten. «Zurzeit ist Biodiversität ein grosses Thema. Im Mai hatten wir auf dem Markt einen Stand und ­beantworteten Fragen zu diesem Thema, im Herbst werden wir dasselbe in Kindhausen durchführen. Beratung ist wichtig. Vor allem in Privatgärten könnte man noch viel machen.» Der eigene Garten rund um den historischen Bauernhof, auf dem Andrea Knecht-Meister mit ihrer Familie wohnt und wo sie auch ihre Tierarztpraxis betreibt, zeigt mit den vielen Bienenhotels und Verstecken für verschiedenste Lebewesen, wie ein naturnaher Garten aussehen kann.

Nistkästen pflegen

Als Mitglied von BirdLife Zürich und BirdLife Schweiz ist bei der IGLU auch der Vogelschutz ein grosses Thema. «Alle paar Jahre bieten wir Grundkurse in Ornithologie an», so Andrea Knecht-Meister. «In unserem Verein haben wir Nistkastengruppen, die im Winterhalbjahr die Nistkästen reinigen und im Juni kontrollieren, ob es Jungtiere hat. Diese werden zum Teil dann beringt.» Nistkästen sind vorwiegend auf Bauernhöfen zu finden. Deshalb pflegt die IGLU den Kontakt zu den Bauern und klärt sie über die Wichtigkeit dieser Standorte auf. «In Volketswil gibt es einen konstanten Bestand an Schleiereulen und Turmfalken. An einem Ort gab es dieses Jahr jedoch keine Schleiereulen wie sonst. Den Grund kennen wir nicht. Die Gemeinde hat ein Inventar der Gebäudebrüter erstellt. Dieses ist wichtig für geplante Baumassnahmen. Die Mehlschwalben zum Beispiel haben Probleme, Material für den Nestbau zu finden. Deshalb sollen in Gutenswil mehr Nistmöglichkeiten geschaffen werden.»

Aufwertungen auf Gemeindegebiet

Für die Gemeinde Volketswil sind Naturschutz und Biodiversität wichtige Themen. «Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden mit ihrem Engagement», sagt Andrea Knecht-Meister. «Wir haben einen guten Kontakt zu René Gilgen, dem Naturschutzbeauftragten von Volketswil.» Aufgrund einer Biodiversitätsinitiative wurden seit 2023 bis heute verschiedene Projekte umgesetzt, zum Beispiel die Aufwertung im Erdbeerirain oder die Bienenhotels im Griespark. Im Auftrag der Gemeinde erstellt der Wildbienenspezialist und Geschäftsführer des Vereins IG Wilde Biene, Jürg Sommerhalder, derzeit ein Wildbieneninventar. Darin wird festgehalten, wie viele Wildbienen es auf Gemeindegebiet gibt und welche Arten. Eine solche Erhebung fand auch in Bassersdorf statt. Dort konnte Jürg Sommerhalder 137 Wildbienenarten feststellen. Dass es für Wildbienen nicht unbedingt ein Wildbienenhotel braucht, sondern ein hohler Ast auch schon ein idealer Nistplatz sein kann, zeigt Andrea Knecht-Meister anschaulich an ­einem Pflanzenstiel, der mit einer festen Masse verschlossen ist. «Hier drinnen sind Eier deponiert, nächstes Frühjahr werden die Bienen schlüpfen.»

Viele aktive Mitglieder

IGLU Volketswil zählt aktuell rund 120 Mitglieder. «Es kommen immer wieder neue dazu», erzählt Andrea Knecht-Meister. «Viele davon sind ­aktiv, nehmen regelmässig an Ex­kursionen teil oder engagieren sich für Massnahmen. Zum Beispiel haben wir mit Mitgliedern und ­Neumitgliedern gemeinsam Wieselburgen gebaut.» Auch das gemütliche Beisammensein darf bei dem Verein nicht fehlen. «Im Sommer gibt es jeweils ein Grillfest gemeinsam mit dem Obstgartenverein. Und jeden ersten Donnerstag im Monat trifft man sich nachmittags zu einem Höck, um sich auszutauschen. Es kommen jeweils gegen 20 Leute, aber ich kann wegen der Arbeit meistens nicht teilnehmen», sagt die Tierärztin. Das Präsidium des Vereins teilt sie sich mit Gunnar Guggenbühl. «Er ist mehr für das Administrative zuständig, ich kümmere mich um die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und pflege verschiedene Kontakte. Ein gutes Netzwerk ist wichtig. Wir haben stets ein Auge auf die Bauvorhaben der Gemeinde. Neu muss diese die Uferzonen bei Gewässern neu definieren. Wir versuchen dabei, mehr für die Natur herauszu­holen. Jeweils ein- bis zweimal pro Jahr haben wir bisher eine Neophyten-­Jätaktion durchgeführt. Leider half es wenig, die Pflanzen wachsen immer wieder nach. Heute liegt diese Aufgabe eher bei der Gemeinde.» Es sei jedoch erfreulich, dass viele der aufgewerteten Gebiete wie zum Beispiel der Erdbeerirain Erfolge ­zeigen. «Wenn man Plätze anbietet, kommen auch die Lebewesen zurück. Mit etwas Geduld entdeckt man dort neues Leben.»

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