«Kommunikation ist die Basis des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft», sagt Andreas Pinsini. «Dabei braucht es einen Grundrespekt vor dem anderen. Man muss sich gegenseitig zuhören und gemeinsam nach Wegen suchen.» Diese Grundregeln stehen bei dem 59-Jährigen sowohl in der Politik als auch in seinem Beruf als Religionslehrer und Jugendarbeiter an oberster Stelle. Im Mittelpunkt steht für ihn stets der Mensch und sein Wohl.
Volketswil als Wahlheimat
Andreas Pinsini ist in Steckborn im Thurgau aufgewachsen. Schon als Jugendlicher hat er sich politisch engagiert und kam später mit der Gemeindearbeit in Berührung. Er hat als Vertreter der Kirchgemeinde in der Sozialbehörde mitgearbeitet und war in verschiedenen Vereinen Mitglied. Vor 13 Jahren haben er und sein Partner bewusst Volketswil als neue Wahlheimat ausgesucht. «Volketswil ist ideal für uns», sagt er. «Es ist weder Stadt noch Land und ist optimal an den Verkehr angebunden.» Oberhalb des alten Dorfkerns konnten sie ein Stück Land erwerben und verwirklichten ihren Traum vom Eigenheim mit einer grosszügigen Küche, denn Andreas Pinsini ist ein leidenschaftlicher Hobbykoch. «Anfangs wohnten noch meine drei Söhne bei uns, die Tochter war bereits ausgezogen. Wir waren eine richtige Patchwork-Familie, eine Männer-WG, die gut funktioniert hat.»
Ans Pendeln habe er sich erst gewöhnen müssen. «Ich habe bisher immer am selben Ort gearbeitet, an dem ich auch gewohnt habe. Durch das Pendeln ist man in der Wohngemeinde isoliert. Aber nach und nach gewannen wir auch hier Freunde.»
Als politisch interessierter Mensch hat er sich mit den wichtigen Themen seiner Wahlheimat Volketswil auseinandergesetzt und die Parolen der verschiedenen Parteien beobachtet. Bald wurde klar, dass ihm die GLP Volketswil-Schwerzenbach am besten entsprach, und er wurde aktives Mitglied. «Ich bin jemand, der gerne anpackt», sagt er. Als er 2024 angefragt wurde, ob er das Präsidium übernehmen wolle, hat er zugesagt. «Ich werde vom Vorstand unterstützt. Die Arbeit ist sehr spannend.» Die Herausforderungen an die heutige Zeit seien vielfältig und gross. «Da ist zum einen die Umwelt, die auch die Jugendlichen, mit denen ich arbeite, beschäftigt, zum anderen der Verkehr, der immer mehr zunimmt. Wir haben nicht nur Autos, sondern auch Velos, E-Bikes, Roller und Fussgängerinnen und Fussgänger, die aneinander vorbeikommen müssen.» Der Gemeinderat habe hier gute Arbeit geleistet, indem er die Bevölkerung in den Verkehrsplan mit eingebunden habe.
Auch Streiten gehört dazu
Vier- bis fünfmal pro Jahr treffen sich die Mitglieder der GLP Volketswil-Schwerzenbach zu einem Höck. Dabei werden auch die Parolen für die nächsten Abstimmungen festgelegt. «Das gibt gute und spannende Diskussionen. Bevor wir die Parolen festlegen, machen wir eine Umfrage bei unseren Mitgliedern. Und wir veröffentlichen die Parolen stets mit Begründungen.»
Innerhalb der Partei legt er Wert darauf, dass man sich gegenseitig zuhört und anschliessend über die verschiedenen Ansichten diskutiert. «Da treffen sich verschiedene Menschen mit verschiedenen Meinungen, und irgendwo muss man sich treffen. Man muss gemeinsam gute Lösungen finden. Da gehört manchmal auch Streiten dazu. Wenn man um die Probleme herumläuft, löst man sie nicht.» Leider gebe es gerade in der Politik oft keine gute Streitkultur. Persönliche Beleidigungen könne er nicht akzeptieren. Es brauche alle Parteien, die sich gemeinsam für das Wohl der Gemeinde einsetzen. Andreas Pinsini vertritt die GLP in der interparteilichen Konferenz (IPK), in der es um Austausch und gegenseitiges Verständnis innerhalb der Parteien geht. «Eines unserer Themen ist die Frage, wie wir mehr Menschen für die aktive politische Mitarbeit gewinnen können. Auch organisieren wir gemeinsame Veranstaltungen. So werden zum Beispiel am Samstag, 24. Januar, alle Parteien im Zänti auftreten und ihre Kandidierenden vorstellen», verrät er. «Ich freue mich auf die persönlichen Gespräche mit der Bevölkerung und finde es schön, dass es ein solches Miteinander gibt. Schliesslich haben wir alle dasselbe Ziel, nämlich die Weiterentwicklung und das Wohl unserer Gemeinde.»
Umwelt als brennendes Thema
Pinsini ist gelernter Landschaftsgärtner. «Eigentlich wäre ich am liebsten Bauer geworden. Ich habe als Kind jede freie Minute auf dem Bauernhof verbracht. Aber da meine Eltern keinen Hof hatten, musste ich einen anderen Weg gehen.»
Schon früh hat er angefangen, sich in der Kirche in Steckborn zu engagieren. Später heiratete er, gründete eine Familie und ist inzwischen glücklicher Grossvater einer kleinen Enkeltochter. «Eigentlich wollten meine damalige Frau und ich aus der Kirche austreten, beschlossen dann aber, nicht aus-, sondern aufzutreten.» Er absolvierte berufsbegleitende Ausbildungen, dazu gehörte auch die Betreuung sterbender Menschen. «»Das war zwar belastend, aber auch extrem bereichernd für mich, bis zur letzten Stunde für den Menschen da zu sein», erinnert er sich. «Es entstanden wunderbare Begegnungen. Auch hier ist das Hinhören immens wichtig.» Heute arbeitet Andreas Pinsini als Jugendarbeiter und Katechet in Zürich und leitet das Katecheseteam des Katholischen Seelsorgeraums St. Anton/Maria Krönung in Zürich.
Andreas Pinsini ist ein naturliebender Mensch, und deshalb ist die Umwelt für ihn ein zentrales Thema. Daneben geht es ihm immer wieder um den Menschen. So hat er vor zwei Jahren für die Ersatzwahl als Mitglied der Sozialbehörde Volketswil kandidiert. Da es nicht geklappt hat, wird er bei der nächsten Wahl wieder antreten. «Ich war schon in Frauenfeld auf diesem Gebiet tätig. Und meine langjährigen beruflichen Erfahrungen, die ich in der Zusammenarbeit mit Menschen in Krisensituationen sammeln konnte, würde mir in diesem Amt sehr zugute kommen.»
----
«Das sind wir» – Lokalpolitik
Parteipräsident, Gemeinderat oder Mitglied der Sozialbehörde: In einer losen Folge lassen die «Volketswiler Nachrichten» politisch tätige Akteurinnen und Akteure über ihre Aufgaben, Herausforderungen und ihre Motivation, aber auch über Privates und ihre persönliche Beziehung zu Volketswil erzählen


Kommentare (0)
Keine Kommentare gefunden!