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Das sind wir: Luana Aregger

Erstellt von Karin Steiner | |   Unsere Zeitung

Auch junge Leute können wertvolle Freiwilligenarbeit leisten. Luana Aregger ist begeistert von der Pfadi und möchte dieses Feuer auch an Jüngere weitergeben. Deshalb macht die 14-jährige Schülerin eine Ausbildung zur Pfadi-Leiterin.

«Als Kind war ich absolut kein Waldmensch», erzählt Luana Aregger. «Das änderte sich, als eine Freundin mich einmal in den Cevi mitnahm. Ich war total begeistert von den Aktivitäten und wollte unbedingt mitmachen.» Doch ihre Eltern überredeten sie, einmal bei der Pfadi zu schnuppern. «Es war nicht einfach für mich, alleine hinzugehen, denn ich war sehr scheu.» Bald schon war sie jedoch gefesselt von den Ereignissen, als ein Fuchs und eine Biene in Streit gerieten und alle Anwesenden mit Spielen mithelfen mussten, den Streit zu schlichten. «Es gab ein Feuer, und wir brieten Marshmallows. Es war herrlich.» Seitdem ist die Pfadi der wichtigste Teil in Luanas Leben geworden. Ein Wochenende ohne Pfadi ist für sie ein ver­lorenes Wochenende.

Langer Weg bis zur Leiterin

Luana trat in die Pfadi Wildert ein, eine Abteilung für Kinder aus Volketswil, Schwerzenbach und Fällanden. Ihre Karriere begann als Füchsli, dann kam sie zu den Wölfli. «Ich war immer in einer Mädchengruppe, ich wollte nicht in eine gemischte Gruppe gehen.» Ein besonderer Tag für sie war, als sie kurz vor dem 7. Geburtstag offiziell auf den Namen Flipper getauft wurde.

Mit 11 Jahren musste sie in die Pfadi-Gruppe wechseln. «Das war nicht einfach für mich. Ich wollte immer bei den Kleinen bleiben.» Doch sie hatte eine Leiterin, die sie sehr mochte und die sie motivierte, immer weiterzumachen. «Mit ihr möchte ich später selber eine Gruppe leiten.»

Bereits in diesem Jahr macht Luana in der Pio-Stufe mit, auf der sie während eineinhalb Jahren zur Pfadi-Leiterin ausgebildet wird. Wenn immer möglich macht sie aber auch noch in der Pfadi-Gruppe mit. Auf der Pio-Stufe lernt sie planen, strukturieren, Ideen sammeln und umsetzen, und auch Erste Hilfe gehört zur Ausbildung. «Nach und nach übernehme ich auch jetzt schon mehr Verantwortung und bringe meine Ideen ein. Ich bin etwas zwischen Pfadi und Leiterin.» Am Ende der Ausbildung wird sie in verschiedenen Gruppen schnuppern, bis sie dann selber eine Gruppe übernehmen kann.

55 000 begeisterte Pfadis

Gegen 55 000 Kinder besuchen schweizweit die Pfadi. Zur Abteilung Wildert gehören rund 200 Kinder, die in Gruppen von 7 bis 25 Kindern eingeteilt sind. Die Jüngsten in der Biberstufe sind 4 bis 6 Jahre alt. «Wegen der grossen Verantwortung müssen die Leitpersonen in dieser Gruppe mindestens 18 Jahre alt sein», sagt Luana.

Auch bei den grösseren Kindern trägt man als Leiterin eine grosse Verantwortung und muss oft pädagogisch einfühlsam einwirken. «Es gibt immer wieder Kinder, die frech sind. Man versucht, mit ihnen zu reden und sie mit Spielen ins Geschehen miteinzubeziehen. Aber wenn es nicht anders geht, müssen sie eine Pfadipause einlegen.»

Ausser während der Schulferien treffen sich die Pfadigruppen jeden Samstag im Wald, erleben Abenteuer und lernen viel Nützliches für den Alltag. «Jedes Jahr gibt es acht bis neun Pfadi-Lager, auf die freue ich mich ganz besonders. Pfingst­lager, Sommerlager, Herbstlager, daneben noch viele Anlässe übers Wochenende bereichern das Leben begeisterter Pfadis wie Luana Aregger. Nächstes Jahr gibt es ein Weltlager in Polen, an dem sie mit der Schweizer Delegation dabei sein wird.

Kontakt zu anderen Menschen

«Für mich ist die Pfadi eine grosse Freude», sagt Luana. «Man hat viel Kontakt zu anderen Menschen, das gefällt mir. Wenn man in sein Pfadi-Hemd schlüpft, hat man wie eine andere Identität, man ist weg aus dem Alltag. Die Pfadi hat mich schon vor vielem bewahrt.»

Aktuell besucht Luana die 2. Sek. Ihr Berufswunsch ist es, eine Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit (FaGe) am Unispital Zürich zu machen. «Demnächst kann ich dort schnuppern gehen.» Parallel dazu möchte sie die Berufsmatur machen und vielleicht anschliessend die ­Passerelle, um Zugang zu allen Hochschulen zu haben. Sie ist ein sehr aktiver und kreativer Mensch. In ihrer Freizeit fährt sie Skateboard, bastelt, näht und gestaltet Plakate und vieles mehr.

Von ihrer Kreativität zeugt ihr Pfadi-Hemd, das über und über mit Abzeichen und verschiedenen Erinnerungsstücken aus den unzähligen Lagern, die sie schon besucht hat, bestückt ist.

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