Anmelden | Registrieren

Die Biodiversitätsinitiative wird umgesetzt

Erstellt von Gemeinderat Volketswil | |   Amtliche Mitteilung

Die Gemeinde Volketswil setzt seit 2024 die von der Gemeindeversammlung deutlich angenommene Biodiversitätsinitiative um. Viele der aufgewerteten Flächen haben sich bereits gut entwickelt, neue Lebensraumangebote werden rasch besiedelt.

Am 9. Juni 2023 hat die Gemeindeversammlung der Einzelinitiative zum Schutz und Förderung der Artenvielfalt (Biodiversitätsinitiative) zugestimmt und einen Rahmenkredit von 350 000 Franken für die Jahre 2024 bis 2026 bewilligt.

Die Umsetzung der Initiative fordert, dass der Anteil ökologisch wertvoller Flächen auf dem Gemeindegebiet erhöht und deren Qualität und Vernetzung gefördert werden. Um die finanziellen Mittel gezielt einzusetzen und Synergien mit laufenden Projekten zu nutzten, wurde in einem ersten Schritt eine Bestandesaufnahme gemacht: Wie steht es um die Biodiversität in Volketswil und wo besteht Handlungsbedarf? Daraus wurden Schwerpunkte, Ziele und Projektideen abgeleitet. Das Umsetzungskonzept «Einzelinitiative Schutz der Artenvielfalt – Förderung der Biodiversität 2024–2026» umfasst insgesamt 77 priorisierte Massnahmen mit verschiedenen Schwerpunkten.

Aufwertungsprojekte in allen Ortsteilen

Als eines der ersten Umsetzungsprojekte wertete die Gemeinde in Gutenswil das kommunale Schutzobjekt Trockenstandort Reben/Widenacher auf. Einerseits wurde im bestehenden Gehölz die schnell wachsenden Haseln und der Hartriegel reduziert und das Gehölz durch die Pflanzung von verschiedenen Dornensträuchern und anderen Straucharten vielfältiger gestaltet. Andererseits wurde die Wiese durch Schnittgutbegrünung und durch das Einbringen von gesammelten speziellen Wiesenblumenarten aufgewertet. Die neu angelegten Strukturelemente wie Steinhaufen, Asthaufen und Sandlinse bieten vielen Tierarten wichtige Versteckmöglichkeiten und einen neuen Lebensraum. Beispiele solcher Tierarten sind Zauneidechse, Mauswiesel und Wildbienen.

Ein weiteres grösseres Aufwertungsprojekt betraf das kommunale Schutzobjekt Trockenstandort Erdbeerirain zwischen Volketswil und Kindhausen. Hier wurde ein verlandetes und undichtes Gewässer saniert beziehungsweise durch drei neue, unterschiedlich gestaltete und ablassbare Foliengewässer ersetzt. Amphibien wie der Bergmolch besiedelten die Gewässer danach umgehend. Auch Kaulquappen der Erdkröte sowie verschiedene Libellenarten und andere Gewässerinsekten konnten bereits wieder entdeckt werden.

Im Bereich des kommunalen Schutzobjektes Trockenstandort Vorreben/Breiti in Hegnau wurde ein Garten in einen artenreichen Trockenstandort mit diversen Strukturelementen und vielfältigen Strauchgruppen umgewandelt. Dadurch konnte dieser wertvolle Trockenhang vergrössert und aufgewertet werden.

Das Gewässer des kommunalen Schutzobjektes Feuchtstandort Waldacher/Tiergarten-Weg in Kindhausen lichtete ein Unternehmer im Auftrag der Gemeinde gezielt aus. Zusätzlich wurde ein zweites Oberflächengewässer ausgehoben.

Beim kommunalen Schutzobjekt Oetenbüel in Hegnau wurden verschiedene Strukturelemente angelegt. Dazu gehören eine Sandlinse für Wildbienen, Steinhaufen, Wurzelstöcke sowie Baumstämme. Die am Rand des Objektes platzierten Strukturelemente verhindern das wilde Parkieren und schaffen gleichzeitig neue Lebensräume.

Auch im Siedlungsgebiet wurden verschiedene Biodiversitätsfördermassnahmen umgesetzt. So konnten im Griespark – direkt neben einem Sitzplatz – verschiedene Strukturelemente für die Bevölkerung zum Beobachten angelegt werden. Dazu gehören ein Holzelement und eine Sandlinse als Wildbienennistmöglichkeiten sowie ein Steinhaufen und eine Gehölzgruppe als weitere bereichernde Elemente.

Die Wildbienennistmöglichkeiten neben dem Sitzplatz sind für Besucherinnen und Besucher unproblematisch, da Wildbienen nur stechen, wenn sie massiv bedrängt werden. In den meisten Fällen ist der Stachel der Wildbiene aber nicht kräftig genug, um die menschliche Haut zu durchdringen.

Beim Schulhaus Lindenbüel wurde zur Bereicherung des Schulhausareals eine Ruderalfläche mit einem Holz- und einem Asthaufen aufgewertet sowie einheimische Stauden und Strauchgruppen gepflanzt.

Systematisches Vorgehen gegen Neophyten

Im Rahmen der Biodiversitätsförderung intensivierte die Gemeinde auch die Neophytenbekämpfung. Dazu teilte sie den Volketswiler Wald in fünf Jahrestranchen auf. Pro Jahr werden in einem Waldabschnitt die Neophyten kartiert, anschliessend werden sie direkt bekämpft. Im Folgejahr wird die nächste Jahrestranche kartiert und die Neophyten in allen bisher kartierten Abschnitten bekämpft. 2028 wird die Kartierung abgeschlossen sein, die Neophyten müssen aber noch länger bekämpft werden. Es ist aber davon auszugehen, dass sich der Aufwand mit den Jahren deutlich reduzieren wird.

Abschluss der Arbeiten und weiteres Vorgehen

Ende 2026 schliesst die Gemeinde die Arbeiten im Rahmen des bewilligten Biodiversitätskredites ab, bewertet die Massnahmen und macht Vorschläge, welche Projekte weitergeführt werden sollen. Damit die umgesetzten Massnahmen nachhaltig erhalten bleiben, müssen die neu angelegten Flächen in der Regel über drei bis fünf Jahre spezifisch gepflegt werden. Man spricht von «Entwicklungspflege». Es geht darum, dass sich die Flächen in die gewünschte Richtung entwickeln und sich der erhoffte Artenreichtum einstellt. Ist der Zielzustand der Fläche erreicht, kann die Pflege danach in den weniger aufwendigen «ordentlichen Unterhalt» übergehen. Der weitergehende Handlungsbedarf sowie die Folgekosten werden im Schlussbericht 2026 zur Umsetzung der Einzelinitiative zum Schutz der Artenvielfalt (Biodiversitätsinitiative) genauer beschrieben und definiert.


Flyer «Natur vor Ihrer Haustür» – jetzt in Ihrem Briefkasten

Am meisten erreichen wir gemeinsam, wenn neben der Gemeinde auch Privatpersonen und Firmen möglichst viele Massnahmen zu Gunsten der Natur und zur Erhöhung der Artenvielfalt umsetzen.

Der Flyer «Natur vor Ihrer Haustür» zeigt, wie Sie mit einfachen Massnahmen die Biodiversität in Ihrem Umfeld fördern können. Er wird diese Tage an alle Haushalte in Volketswil verteilt. Sie finden ihn auch auf www.volketswil.ch.

Weitere Exemplare des gedruckten Flyers können Sie über den nachfolgenden Link kostenlos bei der Gemeindeverwaltung bestellen.


Biodiversitätsmarktstand am 28. Mai 2026 – kommen Sie vorbei!

Für interessierte Personen bieten wir Information, Austausch und Beratung an unserem Marktstand auf dem Gemeindehausplatz, am 28. Mai 2026, von 8.00 bis 12.00 Uhr. Kommen Sie vorbei und lassen Sie sich von unserem Naturschutzbeauftragten und seinem Team informieren. Zusätzlich schenken wir Ihnen eine einheimische Pflanze für Ihren Garten oder Ihr Balkonkistchen. Neben dem Informationsstand der Gemeinde wird auch die IGLU (Interessen-Gemeinschaft für Lebensraum und Umwelt Volketswil) über verschiedene Naturschutzthemen informieren.

Weitere Informationen:www.volketswil.ch/biodiversitaet-tipps

Zurück
Die Kommentarfunktion steht nur registrierten und angemeldeten Nutzern zur Verfügung. Zum Login.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!