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Die Kuspo Gries feiert Geburtstag

Erstellt von Martin Zollinger | |   Unsere Zeitung

Aus handballerisch gefärbter Sicht blickt der Autor des nachfolgenden Beitrags auf ein Vierteljahrhundert Kultur- und Sportzentrum Gries - oder kurz «Kuspo» - zurück.

Glas, Beton und Stahl: diese drei Materialien prägen das Kultur- und Sportzentrum Gries. Ist das zentrale Material im Innern der Halle Sichtbeton, wurde das Hallendach ausschliesslich in Stahl gefertigt. Die über die ganze Hallenbreite gespannten, rippenlosen Blechträger ruhen auf Betonscheiben, die eine klare Trennung des Daches vom inneren Betonkern zulassen. Aufschieblinge auf den Hauptträgern bilden das weit auskragende Vordach, das sich um die ganze Halle erstreckt. Ein Betonkern, sowie die grossen Hallenwände geben der Halle die nötige Stabilität. Die transparente Glasfassade, und die nach innen versetzten Tragelemente lassen das Dach schweben, was der Halle ihre eindrückliche Wirkung gibt. So lautete der Projektbeschrieb der Kuspo Gries. Nun feiert die Halle ihren 25.Geburtstag. Für den Handballclub und für viele andere Sportvereine ist sie unverzichtbar geworden. Sie wird auch intensiv für kulturelle Anlässe, private Anlässe, die Gemeindeversammlung, die Volketswiler Gewerbeausstellung und vieles andere genutzt.

Endlich eine Heimhalle für die Handballer

Was dem SC Volketswil jahrelang zum vollkommenen Glück fehlte war eine eigene Heimhalle. Die Lösung mit der Dürrbachhalle war suboptimal. Dadurch hatte der SCV keine Möglichkeit, den Handballsport in der eigenen Gemeinde populär zu machen. In der «Volketswiler Woche» vom 11. Oktober 1996 war dann zu lesen, dass die Schulgemeinde und die Politische Gemeinde den Stimmberechtigten einen gemeinsamen Vorschlag zum Bau einer Mehrzweckhalle unterbreiten wollen. Das Projekt soll durch die Schule finanziert und realisiert werden. An der Gemeindeversammlung vom 2. Juli 1999 blieben sich Befürworter und Gegner der Mehrzweckhalle nichts schuldig. Es flogen die Fetzen. Nach hitziger und nicht immer ganz sachlicher Diskussion hatten die Gegner dann das Nachsehen. Die Vorlage wurde mit 390 Ja- gegen 161 Nein-Stimmen gutgeheissen. Die Freude bei den örtlichen Sportvereinen war gross und die Annahme wurde frenetisch gefeiert. Mit den beiden Spielen der Junioren-Handball-Weltmeisterschaft am 25. August 2001 erlebte die neue Mehrzweckhalle dann ihre erste Bewährungsprobe. Der internationale Verband hat die WM einige Jahre vorher an die Schweiz vergeben und Volketswil kam neben vielen anderen Orten zum Zug. So fanden in der neuen Halle zwei WM-Spiele statt. Die offizielle Eröffnung der Kuspo erfolgte dann am Wochenende vom 21. bis 23. September 2001.

Junioren WM und Länderspiele der Nationalmannschaft

In Erinnerung dazu bleibt ein breites Programm diverser Highlights des Handballsports. Für die Handballer war dann aber das Spiel des 2.-Liga-Teams gegen den Grasshoppers-Club, der damals in der Nationalliga A spielte, ein ganz besonderer Höhepunkt. GC zeigte ich damals von seiner besten Seite mit ihrem dänischen Coach, der verstand um was es hier ging, nämlich den vielen Zuschauern zu zeigen, wie attraktiv Handball sein kann. Spielen und spielen lassen war die Devise und das heimische Team ging nicht unter. Lediglich mit einer Differenz von neun Toren trennte man sich nach 60 Minuten. Mit der Kuspo erhielten Bildung, Kultur und Sport ein neues Zuhause in Volketswil. Der SC Volketswil organisierte Handball auf höchstem Niveau Mit den GC-Handballern pflegte der SCV enge Beziehungen auf freundschaftlicher Ebene. GC trug seine Heimspiele in der Saalsporthalle in Zürich aus. Aufgrund des Umbaus der Halle entschloss sich die Führung von GC drei Heimspiele im Gries auszutragen. Man spielte 2001 gegen BSV Wacker Thun, gegen den TV Endingen und gegen den TV Suhr Handball. Es soll nicht verschwiegen werden, dass alle diese Spiele zu einem grossen Erfolg wurden. Auch dem Schweizerischen Handballverband war nicht entgangen, dass in Volketswil eine neue Halle zur Verfügung stand, die sich auch für Länderspiele durchaus anbot. Diese Erkenntnisse führten dann am 12. Januar 2003 zum ersten Länderspiel in Volketswil. Gegner in der EM-Qualifikation war Bulgarien. Die Schweiz spielte überzeugend und gewann 37:24. Am 11. Juni 2005 gab sich Ägypten die Ehre in Volketswil. Auch da behielt die Schweizer Nationalmannschaft die Oberhand und gewann 32:29. Ein Jahr später, am 22. Juni spielte man gegen Portugal. Nach grossem Kampf trennten sich die beiden Teams unentschieden 29:29. Bemerkenswert: die Schweizer Handballnationalmannschaft hat in der Kuspo Gries noch nie verloren.

Schülerhandball als grosser Erfolg

In den Jahren 2018 und 2019 übertrug der Schweizerische Handballverband dem SCV die Ausrichtung der Schweizermeisterschaft im Schülerhandball. Beide Austragungen, die jeweils zwei Tage dauerten, wurden zu grossen Erfolgen. Viel Lob erreichte den SCV sowohl vom Schweizerischen Verband wie auch von vielen Leuten, die eng mit diesem Sport verbunden sind. Leider konnte dann die dritte Austragung 2020, die ebenfalls in Volketswil hätte stattfinden sollen, infolge Corona nicht mehr organisiert werden. Der SC Volketswil erlebte in der Halle Höhen und Tiefen. Es waren Aufstiege dabei und leider auch Abstiege. Die Nachwuchsteams feierten regionale Meisterschaften und auch die Cupfinals des Zürcher Handballverbandes fanden in der Volketswiler Halle statt. Viele Nachwuchsturniere und selbstverständlich das grosse Schülerturnier des SC Volketswil wuchsen hier zu grossartigen Events, die über die Region hinaus bekannt wurden. Der SC Volketswil trägt weiterhin seine Heimspiele in Meisterschaft und Cup im Gries aus. Nicht nur das Heimteam profitiert hier von der grosszügigen Infrastruktur. Oft loben die Gastteams die Halle wegen der guten Zufahrt, den vielen Parkplätzen, den grosszügigen Garderoben und wegen der vorbildlich geführten Cafeteria. Zudem ist die Halle hell, sehr gut beleuchtet und optimal beschallt. Die Sicht auf das 1215 Quadratmeter grosse Feld ist ausserdem transparent und die Spiele sind gut verfolgbar.

Freude an der Zusammenarbeit

Der SC Volketswil ist mehr als glücklich mit «seinem» Heimplatz und freut sich auf jedes Heimspiel in einer der schönsten Sporthallen der Schweiz. Die Hallenplanung und Raumvergabe, die Instandhaltung, die vielfältigen Nutzungen sowie die Gewährleistung der Sicherheit sind immer wieder anspruchsvolle Herausforderungen. An dieser Stelle möchte der SC Volketswil deshalb ausdrücklich hervorheben, wie gut die Zusammenarbeit mit den Vereinen, den kulturellen und gesellschaftlichen Organisationen und auch mit der Gemeinde funktioniert. Die gegenseitige Transparenz, die offene Kommunikation und die grosse Kooperationsbereitschaft schaffen eine sehr gute Grundlage, um gemeinsam Lösungen zu finden und die vielfältigen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

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