Im Reservoir und Pumpwerk Lyren angekommen, erhielten wir von unseren beiden phänomenalen Guides Flavio Ryffel und Zuzana Sebök im Rahmen einer spannenden Präsentation viel Hintergrundwissen rund um unser Trinkwasser.
Wasser aus Seetiefe
Besonders beeindruckend ist, dass in Zürich die Wasserkreisläufe voneinander getrennt werden können, sollte es irgendwo zu einer grösseren Verunreinigung kommen. Pro Person verbrauchen wir täglich rund 160 Liter Wasser. Unser grösster Verbrauch von 31 Prozent geht buchstäblich die Toilette runter, nämlich mit der WC-Spülung, gefolgt von 20 Prozent fürs Duschen und Baden. Das Versorgungsgebiet von «Züri Wasser» umfasst über eine Million Menschen in 67 Gemeinden. Das Zürcher Trinkwasser stammt zu 70 Prozent aus dem See, zu 15 Prozent aus Quellen und zu 15 Prozent aus dem Grundwasser. Die Wasserfassung im See liegt in 30 Metern Tiefe. Bis das Wasser trinkfertig ist, durchläuft es mehrere Aufbereitungsstufen: Ozonung, Schnellfilter, Aktivkohlefilter und Langsamfilter. Anschliessend wird es in eines der Reservoire gepumpt. Auch Kleinkrebse, sogenannte Daphnien, leisten mit ihrem hohen Anspruch an die Wasserqualität einen wertvollen Beitrag zur Überwachung. Im Zürcher Versorgungsgebiet gibt es zudem rund 160 Quellen.
Tief unter Zürich
Anschliessend stiegen wir in die Kaverne Lyren hinunter, den tiefsten Punkt der Stadt Zürich, wo wir die imposanten Wasserleitungen bestaunen konnten. Die Sportlichsten nahmen für den Rückweg die Treppe, während alle anderen bequem auf den Lift warteten.
Weiter ging es zum Mittagessen ins Restaurant Erpel am Türlersee, das alle sehr genossen. Gut gestärkt führte uns die Reise anschliessend zum Pumpwerk Kohlboden. Dort bestaunten wir eine Pumpe, die bereits seit 1904 ihren Dienst verrichtet und durch das Wasser der höher gelegenen Höllbachquellen angetrieben wird.
Durch schmale Gänge
Nach einem kurzen Fussmarsch durch den Wald durften wir die Quellfassung Kohlboden betreten – eine der grössten Quellen der Schweiz. Ausgerüstet mit desinfizierten Gummistiefeln, Regenjacken und Helmen, liefen wir durch die schmalen, von Hand geschaufelten Gänge. Das überall durchrieselnde Quellwasser entfaltete eine beinahe meditative Wirkung. Einige von uns liessen es sich nicht nehmen, das Wasser direkt von der Wand mit den Händen zu trinken. Ein wundervolles Erlebnis, von so klarem Wasser umgeben zu sein – und dies im Wissen, dass jeder einzelne Tropfen rund zehn Jahre unterwegs war, bis er hier angekommen ist.
Diese Erfahrung und das neu gewonnene Wissen bewahre ich in meiner inneren Schatztruhe auf. Zurück bleibt eine tiefe Dankbarkeit für unser wichtigstes Lebensmittel: das Wasser. Auf der Rückfahrt kam dieses dann in rauen Mengen von oben. Trotzdem sind wir alle sicher und gut gelaunt in Volketswil angekommen.







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