Schnee ist gefallen, Volketswil liegt am Morgen unter einer weissen De cke. Vor dem Schützenhaus in Gu tenswil knirscht der Schnee unter den Schuhen, drinnen ist es ruhig und konzentriert. Von der Armee waffe, dem Sturmgewehr 90, bis zu modernen Sportwaffen ist alles ver treten. Liegend, mit Augenklappen und konzentriertem Blick richten die Schützinnen und Schützen ihre Gewehre aus – das traditionelle Win terschiessen ist in vollem Gang.
Präsident Ruedi Schulthess steht mitten im Geschehen. Für ihn ist klar: «Am Winterschiessen ist Dabei sein alles.» Es gehe nicht darum, «we gen des höchsten Resultats» zu kom men. Entscheidend sei, dass man sich treffe und austausche. «Man sieht immer wieder Kollegen hier. Das ist das Wichtigste für einen loka
len Schiessverein.» Der Schützenver ein Gutenswil wurde 1867 gegrün det. Das Winterschiessen gibt es seit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, es findet inzwischen zum rund 90. Mal statt.
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Jogger wollte hineinrennen
Am heutigen Tag machen die Wetter bedingungen den Schützinnen und Schützen zu schaffen. Schlechte Sicht und starker Wind lassen präzise Schüsse kaum zu, das Schiessen wird vorübergehend unterbrochen.
Während unterhalb des Schiess stands im Warmen zusammengeses sen wird, nimmt sich Hauptschüt zenmeister Willi Fuerst Zeit zum Reden. «Ich bin verantwortlich für die Sicherheit hier», sagt er. Eine Auf gabe, die Konzentration verlangt: «Wenn draussen jemand vorbeiläuft, muss ich das Schiessen sofort stop pen.» Im vergangenen Jahr habe ein
Sportler joggend den Bereich betreten wollen. «Ich konnte recht zeitig reagieren und das Schiessen stoppen», sagt Fuerst.
Andy Zaugg und Jörg Müller war ten derweil auf bessere Bedingun gen. Seit über acht Jahren kommen sie regelmässig ans Winterschiessen, hauptsächlich aus Freude am Anlass. Ihr bester Tipp, nicht ganz ernst ge meint: «Eifach d Schiibe träffe», sagt Zaugg, und beide müssen lachen.
Der Beste und die Prominenz
Draussen vor dem Stand strahlt einer über beide Ohren: Maxim Hauen stein. 96 Punkte hat er von 100 ge schossen, auch wenn er das zu die sem Zeitpunkt noch nicht weiss. Nie mand trifft an diesem Tag so genau wie er. «Ich schiesse jetzt schon seit fünf Jahren», sagt Hauenstein, er habe aber «erst seit dieser Saison mit Sportwaffen» begonnen.
Etwas später betritt ein prominenter Stammgast den Schiessstand: Heinz Bolliger. Der frühere Abteilungs leiter «Match» Leistungssport des Zürcher Schiesssportverbandes und Trainer an fünf Olympischen Spielen sagt: «Ich komme schon so lange hierher. Als Volketswiler ist das ein Muss.»
Am Ende zählt nicht nur das Re sultat. Alle Schützen erhalten einen Zopf, unabhängig von der Punkt zahl. Die besten zehn bekommen zu sätzlich einen besonders grossen: «Einen Kilozopf, da kann man sicher eine Woche davon essen», sagt Präsi dent Ruedi Schulthess. Und er sagt mit einem Lächeln: «Man kommt zu sammen, schiesst, lacht und ärgert sich gemeinsam über die Wetterver hältnisse. Auch das gehört dazu.»








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