Dann sollte man aber auch offen dazu stehen und nicht mit wohlklingenden Gutmensch-Floskeln wie «Miteinander statt Gegeneinander» operieren. Die aufgezählten Projekte wie Glasfaserausbau, Energieverbund oder Leitbilder sind keine aussergewöhnlichen politischen Leistungen, sondern laufende Pflichtaufgaben jeder Gemeinde. Sie finden – unabhängig von der Zusammensetzung des Gemeinderates – in nahezu allen vergleichbaren Gemeinden statt. Daraus eine besondere Gestaltungsstärke abzuleiten, ist nicht überzeugend. Besonders irritierend ist, dass Jean-Philippe Pinto den kantonalen Richtplan nun als persönliche Errungenschaft darstellt. Tatsache ist: Dieser Prozess hätte in Volketswil bereits vor Jahren angestossen werden können. Gemeinden wie Uster oder Dübendorf haben diesen Schritt um 2017 vollzogen. In Volketswil geschah jahrelang nichts. Dass nun – nach Druck engagierter Bürgerinnen und Bürger – verspätet reagiert wird, ist kein Beweis von Führung, sondern von Zögern. Auch das pauschale Lob für Marcel Egloff und Karin Ayar bleibt unbegründet. Projekte zu vertagen und Risiken zu meiden, ist keine Gestaltungsleistung, sondern Verwaltung des Stillstands. Dieses «Engagement» darf kritisch hinterfragt werden. Kritik als «persönliche Angriffe» abzutun, verkennt den Kern demokratischer Auseinandersetzung. Wer sich der Öffentlichkeit stellt, muss Verantwortung übernehmen. Lob ist kein Anspruch. Schonung kein demokratisches Recht. Deshalb unterstütze ich James Frei als Gemeindepräsidenten sowie Dejan Malcic und Matthias Buob für den Gemeinderat. Wie viele Jahre des Zögerns braucht es noch, bis politisches Versagen endlich beim Namen genannt werden darf?
Rudolf Steiger, Volketswil


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