Die Natur, auch in der Schweiz, bräuchte eigentlich eine dringende Entlastung. Mit weniger Nutztieren würde auch der Methangas-Ausstoss reduziert, was der zweitwichtigste Faktor der Klimaerwärmung ist. Es müsste weniger Futtermais angebaut werden. Auf diesen Flächen könnten verschiedene Hülsenfrüchte, Brotgetreide, Hafer, Gemüse etc. angepflanzt werden. Dass dadurch mehr Dünger gebraucht würde, stimmt nicht, denn Mais ist ein Starkzehrer und laugt die Böden aus, was bei Hafer und Hülsenfrüchte eher umgekehrt ist. Ein weiteres Argument der Gegner ist die Umsetzungsfrist von zehn Jahren. Die erachte ich tatsächlich auch als sportlich. Ziehen wir jedoch einen Vergleich zum Ziel der Klimaerwärmung von max. 1,5 °C bis 2050, so werden wir dies mit den jetzigen Massnahmen bei weitem verfehlen, obwohl das eigentlich so festgeschrieben ist. Wenn wir so weitermachen wie bisher, erwärmen wir unser Klima um 2,6 °C, was katastrophal ist. Wir in der Schweiz sind in der glücklichen Lage, dass wir die Massnahmen fürs Klimaziel umsetzen könnten, wir müssen nur wollen. Die Reduktion der Fleischproduktion und -konsumation wäre da ein kleiner Teilschritt in die richtige Richtung. Das wäre sogar zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. In unserer Hügel- und Berglandschaft gäbe es noch genügend Wiesen für artgerechte Tierhaltung, so dass wir auf einen vernünftigen Fleischanteil auf den Tellern nicht verzichten müssten. Wenn wir die Initiative annehmen und das Ziel in zehn Jahren nicht erreichen, gibt es keinen Weltuntergang, es ginge aber in eine positive Richtung. Aus Angst, das Ziel nicht zu erreichen, ist kein Grund, es nicht zu versuchen. Ein Weltuntergang (Klimakrise) droht uns nur, wenn wir zu wenig unternehmen. Darum lege ich ein überzeugtes Ja zur Ernährungsinitiative in die Urne.
Beni Hirzel, Volketswil


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