Hätte sich die Schulpflege darauf eingelassen, wäre das Lindenbüel mit immerhin 15 verbleibenden Oberstufenklassen ein Sekundarschulzentrum geblieben. Das wäre auch im Sinne unzähliger Volketswiler gewesen, vielleicht sogar der Mehrheit. Das Ablehnen des Wiedererwägungsgesuches reiht sich ein in zahlreiche zuvor geführte, chancenlose Gespräche seitens Lehrpersonen und Eltern. Die Schulpflege lässt sich auf keine Diskussion ein und scheint sich über alles hinwegzusetzen, um ihre Pläne durchzuführen. Das ist kein Miteinander, dafür fast schon eine Diktatur. Und wo bleibt eigentlich das Motto der Schulpflege „Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt“, welches sie an der Infoveranstaltung über den Schulraum 2020 präsentiert hat? Dieser Fokus scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Im Moment sehe ich auf allen Ebenen nur Verlierer. Und einmal mehr sind es die Kinder und werden es die Kinder sein, die am meisten leiden unter der Durchsetzung des Schulraums 2020 – dicht gefolgt von den Lehrpersonen. Durch besagten Artikel der Schulpflege habe ich erfahren, dass die Umstrukturierung in Gesamtschulen bereits seit 2011 beschlossene Sache sei! Wie kommt es dann, dass Herr Krismer damit kandidiert hat, sich gegen die Umsetzung in Gesamtschulen einzusetzen? Durch dieses Versprechen hat er die Volketswiler überzeugen und die Wahl für sich entscheiden können. Dabei gab es an diesem Beschluss ja anscheinend gar nichts mehr zu rütteln. Das wusste ich nicht. Aber dass auch Herr Krismer, als Kandidat fürs Schulpräsidium, unwissend war, ist schwer vorstellbar. Ich fühle mich hintergangen und mit diesem Gefühl stehe ich nicht alleine da. Die Schulpflege hat absolute Entscheidungsfreiheit und handelt somit korrekt. Niemand darf ihnen reinreden. Aber der Preis ist hoch, wie uns die Kündigungswelle der Lehrpersonen, inklusive Schulleiter des Lindenbüels, zeigt. So sehr ich es bedauere, so sehr kann ich die Kündigungen aber auch verstehen. Es gibt ja auch schon Familien, die aufgrund der Schulsituation in andere Gemeinden gezogen sind. Von einer weiteren Familie weiss ich, dass sie aus demselben Grund nicht nach Volketswil gezogen ist. Und dann sind da noch die Familien, die ihre Kinder in Privatschulen schicken, um der unbefriedigenden Schulsituation in Volketswil zu entgehen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Schulpflege doch noch erkennt, dass die Vorschläge der Lehrpersonen Sinn machen und umgesetzt werden sollten. Lieber spät als nie, auch wenn uns das die Lehrpersonen und den Schulleiter bedauerlicherweise nicht zurückbringen wird.
Petra Steinlehner, Volketswil


Kommentare (2)
w.klee@2wire.ch
am 11.04.2019Und trotzdem hat die Bevölkerung solche Schulpfleger abgewählt und die Mobber gewählt. Frau Steinlehner, ich weiss natürlich nicht, wen Sie jeweils gewählt haben und wen nicht - aber dass es heute weniger Schulpfleger gibt, die bereit sind, Kompromisse mit andersdenkenden Lehrpersonen und Eltern einzugehen, hat eben auch damit zu tun, dass solche Schulpfleger auch von der Bevölkerung nicht "gestützt" wurden.
Viel schlimmer jedoch ist, wie seinerzeit und vielleicht auch heute noch neue Schulpfleger gleich bei Amtsantritt (zum Beispiel von Regierungsräten) auf autoritäres Auftreten programmiert werden: das erste, was ich selber damals zu hören bekam, war "Sie haben jetzt eine Weisung-Kompentenz.". Menschen, die ohnehin eine Neigung haben, anderen gerne zu sagen, was sie denn tun und lassen müssen, nehmen solche Botschaften wie Weihwasser auf und handeln danach auch entsprechend ...
w.klee@2wire.ch
am 17.04.2019Frau Steinlehner hat mir auf meinen Kommentar persönlich per Mail sehr nett geantwortet - an dieser Stelle dafür herzlichen Dank.
Trotzdem scheint es mir angebracht, jetzt auch eine Lanze zu brechen für jene SchulpflegerInnen, welche nicht nur das Beste wollten, sondern auch Ihr Bestes gegeben haben zum Wohl von Lehrer, Eltern und Schülern, und die dabei auch überwiegend gute Arbeit geleistet haben. Dies trifft zu für eine grosse Mehrzahl der Schulpfleger und Schulpflegerinnen, und diese verdienen es, dass man sie nicht in einen Zusammenhang bringt mit Fehlern, die andere gemacht haben. Fehler können passieren und dürfen auch passieren - das gilt für (lernende) Schüler, und es soll auch für (ebenfalls lernende) Schulpfleger gelten.
Wichtig ist letztlich nur, dass man auch aus den Fehlern lernt und die negativen Folgen aus solchen Fehlern gemeinsam repariert. Und solange das gelingt, sollten wir unseren Lehrern, Schulleitern, Angestellten der Schulgemeinde und auch den Schulpflegern weiterhin unser Vertrauen schenken und damit beitragen, dass immer etwas weniger Fehler passieren - im Interesse der gesamten Schulgemeinde.