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Kein Krieg!?

Erstellt von Beni Hirzel, Volketswil | |   Unsere Zeitung

Wer will das schon – ausser ein paar Despoten wie zum Beispiel Putin oder Möchtegern-Despoten wie Trump? Plakate an fast jeder Ecke suggerieren, dass nur eine noch striktere Neutralität einen künftigen Krieg verhindern könne. In Broschüren des Pro-Komitees wird betont, dass die bisherige Neutralität die Schweiz aus den letzten Weltkriegen herausgehalten habe.

Im Zweiten Weltkrieg wurden jedoch andere neutrale Staaten kurzerhand überrannt, wenn es Hitler für seine Feldzüge nützte. Putin überfiel die Ukraine, obwohl Russland nach der Rückgabe sämtlicher Atomwaffen eine Souveränitäts­garantie abgegeben hatte. Nach heutigem Wissensstand blieb die Schweiz im Zweiten Weltkrieg wohl eher verschont, weil sie intensiv mit dem Aggressor Handel trieb und Zugeständnisse machte. Davon profitierte der Aggressor mindestens ebenso sehr wie die Schweiz und einige Waffenlieferanten. Das mag damals opportun gewesen sein, war aber sicher nicht ethisch korrekt. Heute wie damals wird Neutralität flexibel ausgelegt. Sanktionen sind regulär möglich, vorgesehen und international akzeptiert. Die Schweiz kann einen Aggressor sanktionieren, ohne sich einem Gremium unterordnen zu müssen. Genau darum geht es bei dieser Initiative: Sie dient jenen Geschäftemachern, die ungehindert, ohne Ethik und Verantwortung, mit dem heutigen Aggressor Russland Profite erzielen können. Nur so lässt sich erklären, weshalb Herr Blocher und seine Mitstreiter Millionen für eine starre Neutralität einsetzen. Ich bin überzeugt, dass es heute wichtiger denn je ist, Haltung zu zeigen, für Demokratie und freie Meinungsäusserung einzustehen und Aggressoren in die Schranken zu weisen. Offenbar glauben die Initianten, mit dem simplen Schlagwort «Kein Krieg» viele Menschen für ihr Anliegen mobilisieren zu können. Wer jedoch eins und eins zusammenzählt, erkennt die wahren Gründe. Am Ende unterstützen diese Initiative wohl vor allem jene, die sich täuschen lassen – oder jene, die hoffen, von einer starren Neutralität und weiteren unethischen Geschäften zu profitieren. Ich empfehle deshalb ein klares Nein zur falschen Neutralitätsinitiative!

Beni Hirzel, Volketswil

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