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Kurze Beine, lange Wege

Erstellt von Corina und Samuel Hangartner, Gutenswil | |   Unsere Zeitung

Mit grossem Unverständnis und Verärgerung haben wir Bewohnerinnen und Bewohner des Hauflandquartiers in Gutenswil die Kindergartenzuteilung unserer vierjährigen Kindergartenkinder ins Schulhaus Feldhof in Volketswil zur Kenntnis genommen.

Noch am 8. Mai 2026 wurde in den Volketswiler Nachrichten das Budget der Schulverwaltung veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass auf den geplanten Kauf von Schulcontainern verzichtet wird, da im Norden von Gutenswil angeblich genügend Schulraum zur Verfügung steht. Umso mehr stellt sich für die betroffenen Familien die Frage: Wer hat diesen Entscheid getroffen? Wurden die Einwohnerinnen und Einwohner von Gutenswil in diesen Prozess einbezogen? Und weshalb müssen Kinder nun dennoch ausserhalb ihres Wohnortes eingeschult werden?

Viele Familien haben sich bewusst für Gutenswil entschieden – nicht zuletzt wegen der überschaubaren Dorfstrukturen und der Aussicht auf eine wohnortsnahe Schulbildung. Nun werden Kindergartenkinder mit kurzen Beinen auf lange Schulwege geschickt, obwohl gleichzeitig von ausreichenden Kapazitäten vor Ort gesprochen wird. Dieser Widerspruch ist für die Betroffenen nicht nachvollziehbar. Besonders stossend ist, dass innerhalb derselben Gemeinde unterschiedliche Schulstandorte zugewiesen werden. In unserem Fall besucht künftig ein Kind die Schule in Gutenswil, während das jüngere Geschwisterkind dem vier Kilometer entfernten Schulhaus Feldhof zugeteilt wurde. Familienfreundliche Schulplanung sieht anders aus.

Unbeantwortet bleibt auch die Frage der Nachhaltigkeit. Zusätzliche Schulbusfahrten verursachen Kosten, erhöhen das Verkehrsaufkommen und belasten die Umwelt. Gleichzeitig fordert die öffentliche Hand regelmässig einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ein. Mit Blick auf das geplante Wachstum von Gutenswil stellt sich zudem die Frage, wie Gemeinde und Schulverwaltung die zukünftige Schulraumplanung sicherstellen wollen. Der aktuelle Entscheid erweckt den Eindruck, dass kurzfristige Lösungen höher gewichtet werden als eine langfristige und vorausschauende Strategie. Wir erwarten von der Schulverwaltung und den politischen Verantwortlichen Transparenz, eine nachvollziehbare Begründung der Zuteilungspraxis sowie einen offenen Dialog mit den betroffenen Familien. Wer junge Familien für Gutenswil gewinnen und halten möchte, muss ihnen auch eine verlässliche und wohnortsnahe Schulbildung bieten können. Unsere Meinung.

Corina und Samuel Hangartner, Gutenswil

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