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Lebendige Ortsgeschichte in neuer Ausstellung

Erstellt von Majken Grimm | |   Unsere Zeitung

Eine Schatzkammer für Geschichtsinteressierte: Der Verein Ortsgeschichte Volketswil (VOV) eröffnete ein Schaulager im Schulhaus Lindenbüel.

Die Sammlung historischer Gegenstände des VOV hat eine feste Heimat gefunden. Die bisherigen Wechselausstellungen für Schulklassen weichen einer Dauerausstellung in der ehemaligen Sanitäts-Hilfsstelle des Zivilschutzes im Schulhaus Lindenbüel. Sie macht die Geschichte Volketswils begreifbar und lebendig. Zur feierlichen Eröffnung bot der Verein Führungen für seine Mitglieder an. Auch zwei Gemeinderatsmitglieder waren anwesend.

Historische Alltagsgegenstände

Die Sammlung ist anschaulich sortiert nach verschiedenen Themengebieten. Ein Raum zeigt ein Klassenzimmer mit Schulbänken aus dem ehemaligen Schulhaus in Gutenswil. In einem Wohnraum stehen ein Waschtisch und ein Holzstuhl mit eingebautem Nachttopf neben dem Bett. Alte Pflüge und Eggen aus einer Zeit, in der die meisten Menschen Bauern waren, zeigen, wie damals die Felder bestellt wurden. Ein Maulbeerbaum, dessen Stamm erhalten ist, diente als Futterpflanze bei der Zucht von Seidenraupen zur Gewinnung von Seide.

Volketswils Industriegeschichte repräsentieren Apothekerflaschen und Werbeplakate der Forsanose-Fabrik, welche neben Medizin insbesondere Schokolade und Kakao produzierte und ein wichtiger Arbeitgeber in Volketswil war. Auch das Handwerk wird gezeigt, darunter Werkzeuge eines Schmieds, eines Schuhmachers, eines Sattlers und eines Zimmermanns. Zeitleisten und Schilder erzählen die Geschichte Volketswils seit der ersten urkundlichen Nennung im Jahr 904 als Folcharteswilare. Ein alter Grenzstein zeigt, dass bis zur Zeit Napoleons eine Grenze durch das heutige Gemeindegebiet verlief: Während das Dorf Hegnau zum Herrschaftsgebiet von Greifensee gehörte, waren Volketswil, Gutenswil, Zimikon und Kindhausen Kyburg unterstellt.

Lange Vorbereitung

Eineinhalb Jahre kostete es die sieben Vorstandsmitglieder des Vereins, die Ausstellung zu planen und einzurichten. Die Räumlichkeiten mussten gestrichen, Feuerschutz und Fluchtwege bedacht werden. Ein grosser Webstuhl passte nur durch die Tür, nachdem er auseinandergenommen wurde. Zu den schwersten Gegenständen gehörte ein Amboss. Fast so viele Gegenstände, wie ausgestellt sind, sind in den hinteren Räumlichkeiten eingelagert. Die Ausstellungen werden nach und nach ausgetauscht. «Uns war gar nicht bewusst, wie viel wir zusammengetragen haben, bis wir alles hierher brachten», sagt Vereinspräsident Walter Ehrbar. Die Gegenstände stammen aus verschiedenen Quellen: Einen Teil konnte der Verein vom Verschönerungsverein Volketswil übernehmen, anderes stammt von einheimischen Privatbesitzern, vom Heimatkundeunterricht im Schulhaus Feldhof, von Renovierungen oder Hausräumungen. Der Hauptzweck der Ausstellung ist der Schulunterricht. Sie steht den Klassen aller Volketswiler Schulhäuser offen. Der VOV hat dafür bereits Unterrichtseinheiten geplant. Die Vereinsmitglieder teilen ihr umfassendes Wissen auf Anfrage aber auch gerne im Rahmen von Führungen mit Vereinen oder Gruppen.

Mehr Informationen: www.vov-volketswil.ch

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