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"3. Böller-Weltkrieg" in Volketswil

Erstellt von Flavia Fleming, Volketswil | |   Unsere Zeitung

Artikel 10 der Polizeiverordnung der politischen Gemeinde Volketswil besagt betreffend das Abbrennen von Feuerwerk: „Das Abbrennen von lärmigem Feuerwerk ist nur in der Nacht vom 1. August auf den 2. August und in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar ohne Bewilligung gestattet.“ Wie jedes Jahr und insbesondere in den letzten Jahren wurden in Volksteil wieder mehrfach über Stunden hinweg laute harte Knaller und Raketen einige Tag vor dem 31. Dezember und nach der Nacht zum 1. Januar gezündet.

Offensichtlich ist es nicht genug, dass man jedes Jahr am 31. Dezember den legalen "3. Böller-Weltkrieg" in Volketswil erdulden muss, sondern man muss mittlerweile bis auf eine gesamte Woche sich mit den Knallern "arrangieren" (übrigens dito am 1. August). Für Mensch, Haustier, Tier und Umwelt mit erheblichen Folgen in diesen drei Tagen beziehungsweise dieser Woche. Das Ausmass der Übertretung ist bereits sehr gross, man kann hier nicht mehr von Anfängen einer Entwicklung der Übertretungen von Recht sprechen. 

Wir sprachen während zwei Tagen mit mindestens 40 Volketswilerinnen und Volketswilern, mit und ohne Haustier, und alle sahen es ausnahmslos wie wir, sagten aber, sie wüssten keinen Rat und niemanden, der mit diesem akuten Problem helfen könne. Es war ein grosses Gesprächsthema und belastet alle. Alle waren sich einig, dass es an diesen Tagen wünschenswert ist und möglich sein muss, die massiven Übertretungen nach zuverfolgen und einzudämmen. Alle sagten, es ist so nicht mehr tolerierbar.

Man solle bitte nicht entgegnen, es sei nicht möglich und man soll etwas tolerant sein. Wir lebten und waren auch schon in anderen Gemeinden in der Schweiz und dort war es absolut kein Problem, das Recht an solchen Tagen durchzusetzen. In diesem Zusammenhang sollte man sich natürlich auch die Frage stellen, wie zeitgemäss derartige massive Knallerei noch ist. Noch nie hat man soviel von Natur, Umwelt und Lärmproblemen gesprochen. Aber die Umwelt an diesen Tagen mit Feinstaub zu belasten, welche in Böden und Gewässer gelangen, mit teilweise unbekannten Langzeitfolgen (Staub = schädliche Stoffe wie Nitrate, Chlorate, Blei, Aluminium und Plastik), ist in Ordnung.

Knalleffekte von Feuerwerken versetzen viele Haus- Nutz- und Wildtiere mit ihren ausgeprägten Sinnesorganen in Angst und Panik (viele Haustierbesitzer, die das Glück haben es sich leisten zu können, flüchten an diesen Tagen aus der Gemeinde. Ist dies normal?). Und die Abfallberge die entstehen und überall rumliegen nimmt man sang- und klanglos im Kauf. Es gibt aber auch Gemeinden wie Davos, die den Zahn der Zeit erkannt haben. Dort sind seit 2020 Sylvester- und 1. August-Feuerwerk verboten. Eine Volksabstimmung hat hier die Wendung gebracht. Vielleicht auch eine Option in Volketswil? Wir wünschen uns dringlichst, dass das Thema im Gemeinderat thematisiert wird.

 

Liebe Frau Flemming, Sie schreiben mir aus der Seele, danke sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Seit Jahrzehnten fliehen viele Tierhalter ins nahe Ausland am Nationalfeiertag, Silvester sind wir chancenlos. Den panischen Haustieren müssen Medikamente zur Beruhigung verabreicht werden, die in der Regel nicht harmlos sind. Das Gift, das in unsere Luft geballert wird, verschwindet in der Erde und landet dann wieder auf unseren Tellern. Und die Wildtiere? Wer denkt, ‚das ist ja nur zweimal im Jahr, hat nicht verstanden, dass viele davon durch panische Reaktionen verletzt werden oder ums Leben kommen, und dass wir unsere Natur schützen müssen, wenn wir und unsere Nachkommen noch ein lebenswertes Dasein führen sollen. Ich wünsche mir, auch im Namen aller, die unter diesen Feuerwerken leiden, der Gemeinderat möge reagieren und per Abstimmung dem Davoser Bespiel folgen. Irene Luchsinger, Volketswil

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Kommentare (1)

  • i.luchsinger@bluewin.ch
    am 04.01.2022
    Liebe Frau Flemming, Sie schreiben mir aus der Seele. Ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Seit Jahrzehnten fliehen viele Tierhalter ins nahe Auslan. Am Nationalfeiertag und Silvester sind wir chancenlos. Den panischen Haustieren müssen Medikamente zur Beruhigung verabreicht werden, die in der Regel nicht harmlos sind. Das Gift, das in unsere Luft geballert wird, verschwindet in der Erde und landet dann wieder auf unseren Tellern. Und die Wildtiere? Wer denkt, das ist ja nur zweimal im Jahr, hat nicht verstanden, dass viele davon durch panische Reaktionen verletzt werden oder ums Leben kommen, und dass wir unsere Natur schützen müssen, wenn wir und unsere Nachkommen noch ein lebenswertes Dasein führen sollen. Ich wünsche mir, auch im Namen aller, die unter diesen Feuerwerken leiden, der Gemeinderat möge reagieren und per Abstimmung dem Davoser Bespiel folgen.