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Start-ups und Novemberblues

Erstellt von Tobias Günter, reformierter Pfarrer | |   News

Wir schreiben Sonntag, den 8. November 2026.

Woran denken Sie, wenn Sie das Wort «Start-up» hören? Ich selbst denke an Hightech-Firmen aus dem Silicon Valley oder an sonstige kreative Erfindungen von Jungunternehmern/-innen, die einen Weg beschreiten möchten, ohne vorher die genaue Richtung zu kennen.

Das Wort «Start-up» ist ein Mutmacher und könnte uns auf unserer Lebensreise, besonders an tristen Novembertagen, optimistisch stimmen. Vielleicht denken Sie jetzt: «Bitte kein neues Projekt und keine neuen Aufträge. Meine Agenda ist bis zum Jahresende prallvoll.»

Ich denke, dass sich Start-ups nicht nur auf Jungunternehmer/-innen, Hightech-Erfindungen und kreative Projekte beziehen müssen, sondern uns auch ganz unentwegt begegnen können.

Erinnern Sie sich mal zurück. Wann haben Sie in Ihrem Alltag ein Experiment gewagt, dessen Ausgang Sie nicht kannten, sozusagen ein «Mini-Start-up»?

Ich muss gestehen, mir selbst kommt nichts dergleichen in den Sinn.

Egal, entledigen wir uns – so gut wie möglich – projizierter gesellschaftlicher Erwartungen und hören wir in uns hinein. Welche Erwartungen haben «nur» wir selbst an uns und unseren Alltag? Wo setzen wir momentan unsere persönlichen, beruflichen und familiären Prioritäten?

Der Monat November ist, theologisch betrachtet, der Monat der bewussten Rückschau oder Erinnerung. Das aktuelle Kirchenjahr wird am 22. November mit dem Toten- oder Ewigkeitssonntag enden und eine Woche später, am 29. November, mit dem 1. Adventssonntag, wieder hoffnungsvoll beginnen.

Was war im letzten (Kirchen-)Jahr für mich selbst besonders anstrengend oder schön und erfreulich? Welcher liebevolle Mensch hat mich im letzten (Kirchen-)Jahr oder überhaupt im Leben geprägt und positiv beeinflusst oder auch getröstet? Wenn Sie diese beiden doch nicht ganz einfachen Fragen beantworten können, ist das zwar noch kein «Start-up-Erlebnis», doch aber ein persönlich wichtiger Schritt in Ihrem Alltag und ein sicherlich sinnstiftender Zeitvertreib im Kampf gegen einen möglichen Novemberblues.

Ich wünsche Ihnen einen gemütlichen Sonntag und spannende Novembertage.

Tobias Günter, reformierter Pfarrer

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