Einsamkeit, Krankheit, finanzielle Belastung und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, können einen Menschen extrem belasten. Gerade ältere Menschen erleben häufig, dass sie zunehmend vereinsamen und sich nutzlos fühlen. Besuche werden seltener, soziale Kontakte brechen weg und irgendwann entsteht der Gedanke: "Ich bin nur noch eine Belastung, vielleicht ist es besser, wenn ich nicht mehr da bin." Doch niemand ist nutzlos, jeder Mensch ist lebenswert. Der Wert eines Menschen hängt nicht davon ab, ob er gesund, selbstständig oder leistungsfähig ist. Deshalb braucht es mehr als die Möglichkeit zu sterben. Es braucht Zuwendung, Hilfe, Gemeinschaft, Pflege, Palliative Care und menschliche Begleitung. Ein Mensch sollte nicht das Gefühl bekommen, dass sein Tod die Lösung ist. Wir müssen als Gesellschaft darauf achten, dass aus dem Recht, über das eigene Sterben zu entscheiden, niemals eine unausgesprochene Pflicht zum Suizid entsteht. Insbesondere müssen Alters- und Pflegeheime ihre ethische Verantwortung selbst bestimmen dürfen, auch diese haben ein Selbstbestimmungsrecht. Kein Altersheim darf gezwungen werden, Suizidbeihilfe in seinen Räumlichkeiten zu ermöglichen oder daran mitzuwirken. Sich zum Sterben verpflichtet zu fühlen, ist keine Freiheit, ebenso nicht die Verpflichtung andere dazu zu zwingen, Sterbehilfe zu leisten!
Maria Rita Marty, alt-Kantonsrätin, Gutenswil


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