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Sunrise verschickt hohe Rechnung ohne Vorinformation

Erstellt von Tobias Stepinski | |   Unsere Zeitung

Eine Volketswilerin erhält plötzlich eine Jahresrechnung von über 400 Franken für ihren Kabelanschluss – ohne vorgängig über die deutliche Preiserhöhung informiert worden zu sein. Sunrise räumt einen Fehler in der Kommunikation ein. Rund 1000 Anschlüsse in Volketswil sind von der Preisanpassung betroffen.

Als die Volketswiler Stimmberechtigten im Dezember 2024 dem Verkauf des gemeindeeigenen Kabelnetzes zustimmten, endete eine fast 45-jährige Ära. Seit 1980 hatte die Gemeinde ihr eigenes Netz betrieben, per 1. Januar 2025 übernahm Sunrise den Betrieb. Für die Kundinnen und Kunden änderte sich im ersten Jahr nach dem Wechsel zunächst wenig: Der bisherige Tarif von 13.70 Franken blieb bestehen, die Rechnungen kamen neu von «UPC/Sunrise».

Im vergangenen November dann die Überraschung für die Volketswilerin Anna Berger*: «Plötzlich bekam ich eine Rechnung von über 400 Franken. Ich konnte es nicht glauben und musste zweimal hinschauen.» Auf der Rechnung war ein Betrag von 401.40 Franken ausgewiesen, zahlbar bis Ende Dezember 2025 – ohne vorgängige Information zur Preisanpassung.

Fehler im Ablauf

Sunrise bestätigt gegenüber den Volketswiler Nachrichten, dass es in diesem Fall zu einem Fehler gekommen sei. Grund dafür sei eine interne Umstellung gewesen: Auf Wunsch der Kundin sei der Wechsel von einer Quartals- auf eine Jahresrechnung in Kombination mit der Aktivierung von eBill erfolgt. Dadurch sei die Rechnung bereits im November erstellt worden – noch bevor die Kundinnen und Kunden offiziell über die bevorstehende Preisanpassung informiert worden seien.

Das Unternehmen spricht von einem Fehler in der Kommunikation und betont, dass nur eine Handvoll Kundinnen und Kunden betroffen gewesen sei. Für die entstandene Verunsicherung entschuldigt sich Sunrise.

Rund 1000 Anschlüsse betroffen

Die Preiserhöhung betrifft laut Sunrise rund 1000 Anschchlüsse in Volketswil. Die Kundinnen und Kunden würden im Januar schriftlich informiert, sodass die ordentliche Kündigungsfrist von zwei Monaten auf Ende Monat gewährleistet sei. «Das ausserordentliche Kündigungsrecht bezieht sich auf den Erhöhungszeitpunkt für alle bis zum 31. März 2026», bestätigt das Unternehmen. Wer die Jahresrechnung bereits bezahlt habe und dennoch kündigen wolle, erhalte den Betrag rückerstattet.

Für Anna Berger bleibt der Preissprung dennoch schwer nachvollziehbar. «Von etwas über 10 Franken plötzlich auf 30 Franken – für das gleiche Netz. Das finde ich einfach sehr viel.» Sie befürchtet, dass insbesondere Menschen mit kleinem Budget stärker unter Druck geraten. «Viele merken vielleicht gar nicht, dass sie reagieren könnten, und zahlen am Schluss mehr, als sie müssten.»

«Marktübliches Niveau»

Zur Preiserhöhung verweist Sunrise auf das Protokoll der Gemeindeversammlung von 2024. Darin wurde festgehalten, dass der bisherige Gemeindetarif von 13.70 Franken renditemässig nachteilig gewesen sei und der Anschluss nach dem Verkauf auf ein «marktübliches Niveau» angehoben werde. Sunrise spricht von einer «Vereinheitlichung auf den üblichen Tarif des Produkts».

* Name geändert

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