«Wir sind überglücklich, dass wir den Zuschlag für die Räumlichkeiten im Gemeinschaftszentrum in der Au bekommen haben», sagt Nadja Schloss, Inhaberin des Soso-Cafés in Wetzikon. Nach über sechs Jahren müssen sie und ihr Team ihren erfolgreichen Standort im Zürcher Oberland verlassen, weil das Gebäude umgebaut wird. «Zwei Jahre lang haben wir gesucht und endlich diesen tollen Platz mit dem herrlichen Garten gefunden.» Am 28. August schliesst das Soso-Café in Wetzikon, am 2. September feiert das Team die Eröffnung in Volketswil mit demselben bewährten Konzept.
Bester Kaffee aus Kenia
Soso heisst auf Kalenjin so viel wie «gut, prima». Dieser Name bezieht sich auf den Kaffee, den Nadja Schloss und ihr Team von Kleinbauern im Westen Kenias beziehen. Seinen Anfang nahm das Projekt, als Nadja Schloss als Ethnologiestudentin das Dorf Kiptere für ein Praktikum besuchte. Sie war betroffen von den Problemen dieser Menschen. «Sie können sich keine Schulbildung für ihre Kinder leisten, obwohl ihnen das sehr wichtig ist», erzählt sie. «Viele machen deswegen Schulden oder verkaufen wertvolles Land.» So gründete Nadja Schloss 2008 das Hilfsprojekt «Kiptere.ch» mit dem Ziel, die Kleinbauern auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen und ihnen dank dem Kaffeeanbau zu ermöglichen, das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen. Den Kaffee kauft sie ihnen zu fairen Preisen ab und importiert ihn in die Schweiz, wo sie ihn verkauft. Viele Freiwillige im Einsatz In den Anfängen gab es viele Schwierigkeiten, aber allmählich kam das Projekt zum Laufen. Den 15 angestellten Einheimischen wird in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe angeboten. Bis heute sind das ganze Jahr hindurch Freiwillige aus der Schweiz vor Ort, welche die Kleinbauern im Kaffeeanbau ausbilden und sie unterstützen. «Ich koordiniere die Freiwilligen-Einsätze selbst», sagt Nadja Schloss. «Es sind oft Leute über 50 aus den verschiedensten Berufen, die sich engagieren.» Der Kaffeeanbau ist harte Arbeit. Die Kaffeepflanzen brauchen rund drei Jahre, bis sie erstmals tragfähige Erträge liefern. Die reifen Kaffeekirschen müssen von Hand gepflückt werden. Der Kaffeepreis auf dem Weltmarkt schwankt stark und macht die Einkommen der Kleinbauern schwer planbar. «Die Bauern verkaufen ihren Kaffee zu den üblichen Marktpreisen. Wir bezahlen ihnen zusätzlich sechs Franken pro Kilo, weitere ein bis zwei Franken gehen an die Kooperative. Dieser Zusatzbetrag kommt also unabhängig vom aktuellen Weltmarktpreis obendrauf.» Die Ernte sei sehr wetterabhängig. «Letztes Jahr haben wir 100 000 Kilo geerntet, das Jahr zuvor nur 30 000 Kilo. Kenianischer Kaffee ist jedoch weltweit berühmt für seinen Geschmack, und wir haben in Höri eine hervorragende Rösterei gefunden.» Der Kaffee wird nicht nur im Soso-Café serviert, sondern kann auch online bestellt werden.
Brunch als Standbein
Vor sechs Jahren hat Nadja Schloss die Soso-Café GmbH gegründet und betreibt seitdem mit einem siebenköpfigen Team den Standort in Wetzikon. Standbein des Angebots wird auch in Volketswil der Brunch sein, der von Dienstag bis Sonntag jeweils vormittags in Form von Brunch-Etageren oder als Brunch-Box für zu Hause zu haben ist. Jeweils jeden zweiten Sonntag im Monat gibt es zusätzlich zum Brunch einen Kaffeevortrag, und auf Voranmeldung kann man vor dem Brunch eine Pilates-Stunde buchen oder während der warmen Jahreszeit sich von einem Oldtimer-Rolls Royce zu Hause abholen, zum Brunch bringen und wieder nach Hause chauffieren lassen. Wöchentlich gibt es ein wechselndes Mittagsmenü, eines mit Fleisch, eines vegetarisch. Zur Auswahl stehen auch verschiedene Suppen oder Salat-Bowls. «Wir sind ein Café. Kein Restaurant», betont Nadja Schloss. Aber alles, was angeboten wird, ist mit frischen Zutaten selbst zubereitet. Das gilt auch für die Kuchen, die nachmittags zum Kaffee serviert werden. Vorläufig wird das Soso-Café einmal pro Woche auch abends geöffnet sein mit Apéros und Etageren. «Wir schauen erst einmal, welche Bedürfnisse es gibt. Je nachdem passen wir die Öffnungszeiten abends an», so die 41-Jährige. Das Soso-Cafe verfügt über rund 30 Innen- und 50 Aussenplätze. Noch ist das Team daran, die Räumlichkeiten stilvoll und gemütlich einzurichten. «Unser Kafi soll etwas Schönes sein, ein Ort, an den die Leute kommen, um sich etwas Gutes zu tun.»


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