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Teure Energie

Erstellt von Thomas Baur, Volketswil | |   Unsere Zeitung

Mit der Fernwärme ist die Mehrheit des Gemeinderates auf einen fahrenden Zug aufgesprungen, ohne zu wissen, wie schnell der fährt, ob er um die nächste Kurve kommt und was das Ticket kostet. Aber die Firma, die das Datencenter baut, verdient sich zwei goldene Nasen und einen goldenen Hintern.

Genau genommen müsste diese Firma Millionen an Klimarappen bezahlen. Weshalb nicht einen Teil der Klimarappen in die Anlage einschiessen, mit dem Resultat, vernünftige Energiepreise zu haben? Die Preise, welche Energie 360° ausgeschrieben hat, sind die teuersten, die ich je gesehen habe. Das grenzt schon fast an Wucher. Wir Stimmbürger wurden ja äusserst knapp vor dem Info-Abend benachrichtigt, so dass man kaum Zeit hatte, über diese Situation nachzudenken. Der oberste Vertreter der Energie 360° hat sich so seriös vorbereitet, dass er nicht mal wusste, dass es Häuser gibt, wo die Gasheizungem im Obergeschoss oder im Dachgeschoss platziert sind. In Volketswil ist dies sicherlich in 200 Liegenschaften der Fall. Dementsprechend seriös sind wohl auch die Offerten. Der langen Rede kurzer Sinn: die Energieverantwortlichen unserer «Energiestadt» hätten sich mit der Firma Energie 360° zusammensetzen und über die Preise verhandeln müssen. Das Resultat wäre mit Sicherheit positiv gewesen, weil man zumindest etwas für die Wähler / Bürger Volketswils getan hätte.

Thomas Baur, Volketswil

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Kommentare (2)

  • daniel1.forster@dfo.ch
    am 22.01.2026
    Die Gasversorgung ist noch bis zum 30. Oktober 2045 sichergestellt und wird ab diesem Zeitpunkt stillgelegt. Kann man alles nachlesen unter https://www.volketswil.ch/projekte/energieverbund.html/. Wir haben im Kanton Zürich darüber abgestimmt und wollen es so. Wer 2045 noch eine funktionierende Gasheizung in Betrieb hat, muss die leider raus reissen und durch eine erneuerbare Heizung ersetzen. Fördergelder wird des dann vermutlich keine mehr geben.
  • susana.mayer@gmx.ch
    am 23.01.2026
    Thomas Baur bringt es auf den Punkt. Seine Einschätzung zur Fernwärme ist nicht nur berechtigt, sondern überfällig. Was hier als Fortschritt verkauft wird, wirkt vielmehr wie ein Blindflug: teure Energiepreise, fragwürdige Offerten und eine Gemeinde, die ihrer Verantwortung gegenüber den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern nicht gerecht wird.

    Besonders stossend ist, dass berechtigte Kritik reflexartig abgewehrt wird, statt die Interessen der Bevölkerung konsequent zu vertreten. Dabei sollte klar sein: Gemeinderäte sind nicht dafür da, externe Firmen kritiklos durchzuwinken, sondern um im Auftrag des Volkes zu verhandeln, nachzufragen und bessere Lösungen zu erzwingen. Wer das nicht tut, verfehlt seinen Auftrag – ganz unabhängig davon, wie grün oder modern sich das Etikett nennt.

    Wenn eine Gemeinde den Titel «Energiestadt» trägt, dann verpflichtet das zu Transparenz, Sachkenntnis und fairen Preisen – nicht zu Wucher und Informationspolitik auf den letzten Drücker. Höchste Zeit also, Konsequenzen zu ziehen. Wer Führung vermissen lässt und die Interessen der Bevölkerung ignoriert, darf sich nicht wundern, wenn der Ruf nach einem personellen Neuanfang immer lauter wird. Demokratie heisst auch: abwählen, wenn es nötig ist.