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Trister Anblick im Zänti

Erstellt von Susanne Jäger-Grimm | |   Unsere Zeitung

Als ich 1980 nach Volketswil gezogen bin, war das Zänti erst sieben Jahre alt und ein Mittelpunkt von Volketswil. Mit seinen vielen grossen und kleinen Geschäften in dem zweigeschossigen Gebäude mit über 500 gedeckten Gratisparkplätzen ein gut besuchter Ort. Vor allem die EPA war sehr beliebt und vielen fehlt sie noch heute.

Mit den Jahren veränderte sich das Zänti immer mehr, die Bank und auch die Bibliothek zogen 2014 ins neue Gemeindehaus, nach und nach verschwanden Geschäfte, es kamen und gingen weitere. Der Kaffeetreff bei der Zweigstelle unserer Dorfbäckerei im Obergeschoss verschwand, ein Lichtblick ist die jetzige Lounge. Das beliebte Migrosrestaurant fehlte leider auch nach der Renovation des Zäntis 2020. Ich finde die Renovation hat dem Zänti keinen Auftrieb gegeben, im Gegenteil, je länger je mehr bleiben Geschäfte nur kurze Zeit, vielfach sind die Ladenflächen dann leer mit hinuntergelassenen Gittern: ein trister Anblick, im Untergeschoss momentan vier und das bereits wieder geschlossene Restaurant, im Obergeschoss deren drei. Aber offensichtlich braucht es noch zwei Barbershops zu den unzähligen Coiffeurgeschäften in Volketswil und eine zusätzliche Metzgerei in der ich nur selten Kunden sehe. Ferner stört es mich wenn ich bei Denner über Wochen keine normalen Cervelas kaufen kann, nur noch Geflügel-Cervelas, mit der Ausrede sie hätten Lieferschwierigkeiten, allerdings aber nur im Zänti-Denner. Nach einem Mail an die Denner-Geschäftsleitung und einem unterhaltsamen Anruf seitens der Geschäftsleitung waren am folgenden Tag die Gestelle wieder gefüllt, jedoch in letzter Zeit teilweise wieder halbleer, ausser denjenigen mit den Geflügel-Cervelats. Was soll das bitte? Unter all diesen Umständen gehe ich vermehrt an andere Orte einkaufen, ausserhalb Volketswils und ich bin nicht allein mit dieser Konsequenz, denn auch die Atmosphäre sollte stimmen zum Einkaufen, leider fehlt diese weitgehend. Ich kann nicht beurteilen an was es liegt, dass auch allgemein in Volketswil Industrie- und Büro-Gebäude teilweise leer sind und bleiben. Auch bei den Restaurants wäre es wünschenswert, wenn man wieder grössere Auswahl hätte für ein kostengünstiges Menü oder auch nur für einen Kaffee in gemütlicher Umgebung. Persönlich habe ich gerne Abwechslung beim Essen: Italienisch, Asiatisch, Libanesisch, Vietnamesisch usw. auch ab und zu einen Burger oder Kebab, vermisse jedoch unsere gemütlichen "Dorfrestaurants" von früher. Vielleicht kann die Gemeindebehörde diese nicht gerade kleinen Probleme hinterfragen und ihnen auf den Grund gehen.

Susanne Jäger-Grimm, Hegnau

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