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Vier Jahre Engagement – oder vier Jahre Selbstbeweihräucherung?

Erstellt von Rudolf Steiger, Volketswil | |   Unsere Zeitung

Wer den Abschiedsartikel über den abgewählten Gemeinderat Marcel Egloff liest, könnte meinen, Volketswil verliere einen Jahrhundertpolitiker. Der Beitrag gleicht weniger einer objektiven Würdigung als vielmehr einer unkritischen Lobrede – geschrieben, als hätte es in den vergangenen vier Jahren keinerlei Kritik, Fehlentscheide oder verpasste Chancen gegeben.

Von Weitblick, Transparenz und nachhaltiger Entwicklung ist die Rede. Doch viele Bürgerinnen und Bürger haben eine andere Realität erlebt. Statt Offenheit dominierten häufig langwierige Verfahren, Formalismus und eine Verwaltung, die innovative Ideen ausbremste als förderte. Besonders im Gebiet Grossriet wurden private Entwicklungsinitiativen mit gesicherter Finanzierung und namhaften Partnern nicht aufgegriffen, sondern gezielt verhindert. Wertvolle Chancen für die Entwicklung Volketswils blieben ungenutzt. Wer solche Möglichkeiten verstreichen lässt, sollte sich nicht im Nachhinein als Motor der Gemeindeentwicklung feiern lassen. Ebenso befremdlich wirkt das Eigenlob über den «offenen Dialog». Wer selbst mit der Gemeindeverwaltung zu tun hatte, erinnert sich eher an Blockaden, Verzögerungen und wenig Bereitschaft, neue Wege unvoreingenommen zu prüfen. Am Ende zählt nicht, was in einer Abschiedsrede steht, sondern wie die Bevölkerung eine Amtsführung beurteilt. Die Stimmberechtigten haben dieses Urteil an der Urne gefällt: Marcel Egloff wurde nach nur einer Legislatur nicht wiedergewählt. Deutlicher lässt sich eine politische Bilanz kaum zusammenfassen. Die Volketswiler Nachrichten hätten ihrer Aufgabe besser entsprochen, wenn sie der offiziellen Verlautbarung des Gemeinderates auch kritische Stimmen gegenübergestellt hätten. Journalismus lebt von Einordnung und Ausgewogenheit – nicht von der unkommentierten Veröffentlichung einer Lobeshymne. Wer den Artikel gelesen hat, konnte sich des Eindrucks kaum erwehren, dass hier weniger informiert als vielmehr nachträglich ein politisches Denkmal errichtet werden sollte.

Rudolf Steiger, Volketswil

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