Ein seit langem unbenutztes Snowboard, der Rollkoffer mit kaputtem Rad oder der Wasserkocher: Beim Umzug, beim Aufräumen oder bei einer Haushaltsauflösung landen solche Dinge oft direkt im Abfall, auch wenn sie noch intakt sind oder sich reparieren liessen. Seit dem 7. September können noch funktionstüchtige Gegenstände direkt an der Hauptsammelstelle Volketswil abgegeben werden. Die Mitarbeitenden von Schneider Umweltservice AG nehmen eine erste Einschätzung vor und fragen nach, ob die Gegenstände weiterverwendet werden dürfen. Artikel, die wiederverwendet werden können, werden aussortiert. Was sich nicht mehr reparieren lässt, wird entsorgt. Dabei bezahlt man für alle abgegebenen Gegenstände wie bis anhin die übliche Entsorgungsgebühr – unabhängig davon, ob ein Gegenstand direkt entsorgt oder für die Wiederverwendung aufbereitet wird. Abschliessend prüft das Start-up Pretty Good GmbH die Artikel ein letztes Mal: Was noch brauchbar ist, wird gereinigt, bei Bedarf repariert und über Brockenhäuser und Online-Portale in den Secondhandverkauf gebracht. Was sich für Wiederverwendung eignet und was nicht Gut erhaltene Gegenstände wie Küchengeräte, Geschirr und Pfannen, Werkzeuge und Gartengeräte, Lampen, kleine Möbel, Unterhaltungselektronik und Spielsachen werden für eine mögliche Wiederverwendung aussortiert. Stark beschädigte oder verschmutzte Gegenstände, Sicherheitsprodukte wie Helm oder Kindersitz, Datenträger, Kleider und Schuhe und alles, was grösser als 1 × 1 Meter ist, gelangt direkt in die Entsorgung.
Kanton finanziert Pilotprojekt
Volketswil ist eine von zwei Gemeinden im Kanton Zürich, in der dieses Pilotprojekt erprobt wird. Lanciert wurde es vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) des Kantons Zürich zusammen mit dem Start-up Pretty Good. Während der einjährigen Pilotphase koordiniert und finanziert der Kanton Zürich das Projekt. Sofern das Projekt erfolgreich ist, entscheiden sich der Gemeinderat und auch Schneider Umweltservice nach Abschluss der Pilotphase, ob und in welcher Form sie es weiterführen wollen. Im Jahr 2024 fielen gemäss der Abfallstatistik des Bundesamts für Umwelt (Bafu, Abfallstatistik 2024) in der Schweiz pro Person rund 670 Kilogramm Siedlungsabfall pro Kopf an und damit dreimal so viel wie vor 50 Jahren. Mehr als die Hälfte dieses Abfalls wird bereits getrennt, gesammelt und recycelt. Das aktuelle Pilotprojekt setzt mit Reparatur und Wiederverwendung genau hier an, bevor Gegenstände überhaupt in den Abfall gelangen. Bereits heute können gut erhaltene Gegenstände zum Beispiel über Brockenhäuser, Flohmärkte, Online-Verkaufs- und Tauschbörsen weitergegeben werden. Mit der Abgabe an der Sammelstelle kommt nun eine weitere, niederschwellige Sammelstelle dazu.


Kommentare (0)
Keine Kommentare gefunden!