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Woher kommt unser Trinkwasser?

Erstellt von Grüne Partei Volketswil-Schwerzenbach | |   Unsere Zeitung

Volketswil hat gutes Trinkwasser – doch zwei offizielle Quellen machen sehr unterschiedliche Angaben dazu, woher es stammt. Während die Gemeindewebsite von 85% Grundwasser spricht, weist die Plattform trinkwasser.ch für 2025 nur noch 40% aus. Michael Grüebler von den Grünen hat deshalb eine Anfrage nach §  7 des Gemeindegesetzes beim Gemeinderat eingereicht.

Das Volketswiler Trinkwasser ist mineralstoffreich, wird streng kontrolliert und kann bedenkenlos getrunken werden. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Herkunft des Wassers. Über Jahrzehnte wurde in der Landwirtschaft das Fungizid Chlorothalonil eingesetzt, das seit 2020 in der Schweiz verboten ist. Seine Abbauprodukte sind langlebig und lassen sich noch viele Jahre im Grundwasser nachweisen. Betroffen ist über die Hälfte der Trinkwasserfassungen im Mittelland – auch in Volketswil. Auffällig ist die unterschiedliche Darstellung der Wasserherkunft in zwei öffentlichen Quellen. Die Website der Gemeinde Volketswil nennt rund 85% Grundwasser und 15% Seewasser (Abruf 28. Juli 2026). Die Plattform trinkwasser.ch weist für 2025 hingegen rund 40% Grundwasser und 60% zugekauftes Wasser aus. Die Umstellung auf mehr Seewasser dürfte eine Massnahme zur Verbesserung der Wasserqualität sein. Die grosse Differenz zwischen den beiden Angaben wirft für die Grünen jedoch Fragen auf. «Uns interessiert vor allem, wie es weitergeht», sagt Michael Grüebler. «Der vermehrte Seewasserbezug behandelt das Symp­tom. Die eigentliche Frage ist der langfristige Schutz unseres eigenen Grund- und Trinkwassers.» Die eingereichte Anfrage stellt vier Fragen: Wie hat sich das Ver­hältnis von eigenem Grundwasser zu ­zugekauftem Wasser in den letzten fünf Jahren entwickelt und warum? Wie haben sich die Messwerte der Chlorothalonil-Metaboliten und weiterer Parameter entwickelt? Warum steht auf der Gemeindewebsite die Angabe von 85% Grundwasser? Und verfolgt die Gemeinde eine langfristige Strategie zum Schutz der eigenen Grundwasserfassungen, oder bleibt der erhöhte Seewasserbezug die dauerhafte Lösung? Für die Grünen ist der Fall Volketswil ein lokales Beispiel für ein Problem, das die ganze Schweiz betrifft. Sauberes Trinkwasser sei das Ergebnis davon, wie mit Böden, Pestiziden und Chemikalien umgegangen werde. Neben Chlorothalonil rückten dabei zunehmend die PFAS, die sogenannten Ewigkeitschemi­kalien, in den Fokus: Sie bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab und stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Die Übernahme strengerer PFAS-Grenzwerte im Trinkwasser hat die Schweiz Ende 2025 vorerst verschoben. Auf kantonaler Ebene verlangen die Grünen mit einer Motion einen verbindlichen PFAS-Masterplan. Der Regierungsrat anerkennt das Problem, empfiehlt den verbindlichen Plan aber zur Ablehnung – obwohl er selbst festhält, dass eine spätere Sanierung nur mit sehr grossem Aufwand möglich ist. «Genau darum geht es uns: Vorsorgen statt nachsorgen», sagt Grüebler. «Wer Verschmutzung an der Quelle verhindert, muss sie später nicht mit teurer Aufbereitung oder zugekauftem Wasser ausgleichen.»

 

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