In Spanien dreht sich um Mitternacht alles um zwölf Weintrauben. Zu jedem der zwölf Glockenschläge wird eine Traube gegessen – eine für jeden Monat des neuen Jahres. Wer alle rechtzeitig schafft, soll Glück haben. Die Glockenschläge werden landesweit live aus Madrid von der Puerta del Sol übertragen. Wie die deutschsprachige Zeitung «Costa Nachrichten» berichtet, geht der Brauch vermutlich auf das Jahr 1909 zurück, als Landwirte nach einer aussergewöhnlich reichen Ernte ihre überschüssigen Trauben als «Glückstrauben» verkauften. Heute sind die Trauben aus der spanischen Silvesternacht nicht mehr wegzudenken.
Auch in Italien spielt Essen eine zentrale Rolle. Nach Mitternacht kommen traditionell Linsen auf den Tisch, oft zusammen mit Cotechino oder Zampone. Die Linsen stehen sinnbildlich für Geld und Wohlstand. Der Brauch geht darauf zurück, dass früher mit Linsen gefüllte Geldbeutel verschenkt wurden, wie «italien.de» schreibt.
Die Dänen springen gerne hinunter
In Dänemark gehört der Sprung ins neue Jahr fest zum Silvesterabend. Punkt Mitternacht springen viele Menschen von einem Stuhl oder Sofa ins neue Jahr. Das soll Glück bringen. Wie «VisitDenmark» schreibt, ist dieser Brauch Teil eines festen Ablaufs: Zuvor verfolgen viele Däninnen und Dänen die Neujahrsansprache des Königs im Fernsehen, danach wird gemeinsam gegessen, der Countdown aus Kopenhagen verfolgt – und dann gesprungen.
Spielen um das Glück
In Griechenland steht der Jahreswechsel im Zeichen des Glücks und des Spiels. Viele Familien und Freundeskreise verbringen Silvester mit Karten- oder Würfelspielen, oft bis in die frühen Morgenstunden des Neujahrstages. Dahinter steckt der Glaube, dass die Zeit rund um den Jahreswechsel besonders glücksbringend ist und die Chancen auf einen Gewinn erhöht. Gespielt und gewettet wird dabei teilweise um hohe Beträge, wie «Radio Kreta» berichtet.
Alte Bräuche in der Schweiz
Auch in der Schweiz gibt es besondere Neujahrstraditionen. Im Appenzellerland ziehen am Silvester und am 13. Januar, dem sogenannten Alten Silvester, Gruppen von Silvesterkläusen von Hof zu Hof. Sie tragen kunstvoll gestaltete oder bewusst wilde Kostüme, schwingen schwere Schellen und singen ein Zäuerli. Damit wünschen sie den Familien ein gutes neues Jahr, bevor sie weiterziehen. Der Brauch ist bis heute lebendig und gilt als eindrückliches Beispiel gelebter Volkskultur, wie das Bundesamt für Kultur auf der Plattform «Lebendige Traditionen» festhält.


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